Fest des seligen Marcel Callo 19.04
Marcel Callo - Gedenktag 19. April
Geboren wurde er am 6. Dezember 1921 in Rennes, Frankreich, als zweites von acht Kindern. die Familie war sehr christlich, vor allem die Mutter achtete auf eine streng katholische Erziehung.
Marcel war offen, hilfsbereit und fromm, wenn auch manchmal etwas eigensinnig. Die Lehrer kannten ihn als intelligenten, aber nicht immer aufmerksamen Schüler, er schaffte aber als drittbester den Abschluss der höheren Grundschule und begann anschließend eine Lehre als Buchdrucker. Marcel wurde Ministrant und trat 1932 in die Jugendgruppe „La croisade eucharistique“ ein, die sich sehr stark am christlichen Glauben orientierte.
Ein Jahr später wechselte er zu den Pfadfindern über und legte am 18. Juni 1934 voller Stolz sein Pfadfinderversprechen ab. Er lernte rasch, die Pfadfinderregeln in die Tat umzusetzen und war bei seinen Kameraden sehr beliebt und als Führernatur anerkannt. So wurde ihm bald die Leitung des Trupps "Panther" anvertraut. Trotz seines schmächtigen Körperbaus besaß er Autorität. Er war eine ausgeprägte Persönlichkeit. Auf Wunsch seiner Mutter trat er im Alter von 14 Jahren in die CAJ (Christliche Arbeiter-Jugend) ein, blieb aber trotzdem immer mit den Pfadfindern verbunden.
Nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen verhalf er vielen Franzosen, die zur Zwangsarbeit abkommandiert waren, zur Flucht in die freie Zone des Landes. Selber wählte er die Unfreiheit in Deutschland, um Vorbild, vor allem im Opfer, zu sein: „Ich gehe nach Deutschland, um den andern zu helfen durchzuhalten. Ich gehe als Missionar.“
1943 kam er in das Arbeitslager Zella-Mehlis, wo er täglich 10-11 Stunden in einem Rüstungsunternehmen arbeiten musste. Aufgrund seines stets labilen Gesundheitszustandes war die erste Zeit im Lager eine Qual für ihn. Im April 1944 wurde er wegen seiner „aufrührerischer“ Briefe verhaftet. Zusammen mit anderen Häftlingen brachte man ihn in das Gefängnis von Gotha. Dies sollte jedoch nur eine Zwischenstation sein, denn schon im Oktober desselben Jahres wurde er nach Mauthausen verlegt. Die dortige Arbeit in einer unterirdischen Fabrik war hart. Dazu kamen die Unterernährung und die ständige Folter der Wärter. Im Januar des Jahres 1945 lag Marcel Callo wegen einer Lungenentzündung im Lazarett, von der er sich nicht mehr vollständig erholte. Hinzu kamen Erkrankungen an Tuber-kulose und Ruhr. Am 19. März 1945 verstarb Marcel Callo gegen zwei Uhr morgens im KZ Mauthausen an den Folgen von Entbehrungen und Misshandlungen.
Schon bald äußerte Kardinal Suhard von Paris: "Sein Leben war Zeugnis christlichen Heldentums und wurde gekrönt durch das Martyrium."
Am 4. Oktober 1987 wurde er in Rom durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
Literatur:"Marcel Callo - Zeuge des Glaubens und der Versöhnung" von Rosemarie Pabel (Eichstätt 1991).